Praxisleitfaden Tooltips zugänglich benennen

Leere Tooltips verständlich benennen

Fehlenden Hinweistext erkennen, ergänzen und an derselben Fundstelle erneut prüfen.

aria-tooltip-nameWCAG 4.1.2

Sehen Sie, was sich durch die Korrektur ändert.

Beispiel im Prüfbericht
Markierter Befund · Kritisch · WCAG 4.1.2Leerer Tooltip

Befund einordnen

Eine Tooltip-Rolle ohne Hinweis

Erkannter Befund

  1. Das fällt auf

    aria-tooltip-name meldet .muehlen-schalter [role="tooltip"]: kein zugänglicher Name.

  2. So ist es einzuordnen

    Im alten Steuerpult am Mühlgraben ist ein leeres div als Tooltip ausgezeichnet. Es enthält weder lesbaren Text noch eine alternative Benennung. Die Rolle allein vermittelt keinen Hinweis.

  3. Das bedeutet es für die Nutzung

    Wer die Seite mit einem Screenreader nutzt, erhält aus diesem Element keine Erklärung. Auch visuell bleibt die dafür vorgesehene Fläche leer.

Regel
aria-tooltip-name
Referenz
WCAG 4.1.2
Diagnose am Tooltip
Rolle: tooltip
Textinhalt: leer
Zugänglicher Name: fehlt
Axe: aria-tooltip-name verletzt

Welche Information soll der Tooltip liefern?

Klären Sie zuerst die Funktion des Hinweises und seine Beziehung zum auslösenden Element.

  • Eine kurze Erklärung fehlt

    Der Tooltip soll einen Begriff oder ein Bedienelement erläutern.

    Passende Umsetzung

    Ergänzen Sie verständlichen Text. Im Beispiel erklärt „Pegel bezeichnet den Wasserstand.“ den verwendeten Fachbegriff.

  • Text ist schon vorhanden

    Der Hinweis ist sichtbar, steht aber außerhalb des Tooltip-Elements oder ist für Hilfstechnik verborgen.

    Passende Umsetzung

    Prüfen Sie die Textquelle im gerenderten DOM. Verwenden Sie lesbaren Inhalt oder eine gültige aria-labelledby-Referenz.

  • Es ist kein Tooltip

    Die Fläche ist dauerhafter Inhalt oder enthält Aktionen statt eines kurzen ergänzenden Hinweises.

    Passende Umsetzung

    Wählen Sie eine passende Semantik. Entfernen Sie die Rolle nur nach dieser fachlichen Entscheidung, nicht allein für einen grünen Scan.

Fundstelle ansehen

Der leere Hinweis im vollständigen Steuerpult

Der Ausschnitt zeigt Überschrift, Beschreibung und die gesamte Elementreihe. Die Markierung ordnet den Tooltip zwischen den anderen Feldern ein.

Der BefundLeerer Tooltip

Die markierte leere Fläche soll einen Hinweis tragen. Im reparierten Zustand steht dort die Erklärung zum Pegel. Das statische Beispiel belegt die Benennung, keine funktionierende Einblendung.

Beispiel im Prüfbericht Markierter Befund
Markierter Befund · Kritisch · WCAG 4.1.2Leerer Tooltip

Text ergänzen

Den Hinweis direkt im Tooltip hinterlegen

Der vorhandene Tooltip erhält lesbaren Text. Damit steht derselbe Hinweis visuell und als Namensquelle zur Verfügung. Für diese Korrektur ist kein zusätzliches aria-label nötig.

  1. Fundstelle zuordnen

    Ordnen Sie den Vorher-Code dem betroffenen Element Ihrer Website zu.

  2. Änderung umsetzen

    In Ihrer Komponente Bearbeiten Sie das Hinweistext-Feld der Tooltip-Komponente und prüfen Sie die gerenderte Ausgabe. Bei einem echten Popup muss das auslösende Element den Tooltip außerdem über aria-describedby referenzieren.

    KorrekturvergleichHTML des betroffenen Elements

    Vorher

    <div role="tooltip"></div>

    Nachher

    <div role="tooltip">
      Pegel bezeichnet den Wasserstand.
    </div>

    Markierte Zeilen wurden geändert

  3. Änderung nachprüfen

    Prüfen Sie die geänderte Seite erneut mit dem Scanner und kontrollieren Sie das Element im Nutzungskontext.

Im Projekt umsetzen

Textquelle und Zuordnung zusammen prüfen

Ein benannter Tooltip braucht im produktiven Einsatz einen nachvollziehbaren Auslöser und verständlichen Inhalt.

  1. 1

    Formulieren Sie den Hinweis passend zum auslösenden Element; „Tooltip“ oder „Information“ erklärt dessen Bedeutung nicht.

  2. 2

    Halten Sie den Text im Tooltip für Hilfstechnik verfügbar. aria-hidden am Inhalt kann die Namensquelle entfernen.

  3. 3

    Verknüpfen Sie einen eingeblendeten Tooltip mit einer eindeutigen ID und aria-describedby am Auslöser.

  4. 4

    Prüfen Sie übersetzte und dynamisch geladene Texte: Ein leeres Sprachfeld darf nicht wieder einen namenlosen Tooltip erzeugen.

Fehlversuche vermeiden

Was den Befund nur verdeckt

Nur den Auslöser benennen

Ein aria-label am Button gibt dem separaten leeren Tooltip keinen Namen. Prüfen Sie das vom Scanner markierte Element.

Eine leere Referenz verwenden

aria-labelledby hilft nicht, wenn die referenzierte ID fehlt oder ihr Element keinen auswertbaren Text enthält.

Sichtbaren Text überschreiben

Ein zusätzliches aria-label kann den Namen aus dem Inhalt ersetzen. Verwenden Sie keine abweichende Kurzbezeichnung, die die eigentliche Erklärung verschleiert.

Namensprüfung mit Bedienbarkeit gleichsetzen

Ein bestandener Test zeigt nicht, ob der Tooltip per Tastatur erscheint, sich schließen lässt oder lange genug lesbar bleibt.

Dasselbe Element besteht die Namensprüfung

Nach dem ergänzten Text liefert Axe an genau diesem Tooltip einen Pass für aria-tooltip-name. Der Tooltip bleibt vorhanden; nur sein Textinhalt wurde ergänzt.

Ihre eigene Nachprüfung

Die Markierungen gelten nur für Ihre Selbstkontrolle. Sie ändern den dokumentierten Beispielbefund nicht und werden nicht gespeichert.

0 von 3 Punkten für Ihre Nachprüfung markiert.

Der Nachweis gilt für den Namen dieses einen Tooltips. Die übrigen Fehler der Kalibrierseite und das Einblendungs- und Fokusverhalten sind damit nicht geprüft.

Beispiel im Prüfbericht Gelöst
GelöstTooltip hat einen NamenAxe bestätigt einen Pass für aria-tooltip-name am selben Element. Die Popup-Bedienung bleibt separat zu prüfen.
Verifizierter Zustand
Rolle: tooltip
Namensquelle: lesbarer Textinhalt
Name: Pegel bezeichnet den Wasserstand.
Axe: aria-tooltip-name bestanden

Prüfgrenze kennen

Benennung automatisch, Nutzung zusätzlich prüfen

Die Regel untersucht den Namen vorhandener Tooltip-Elemente. Sie bewertet keinen vollständigen Bedienablauf.

Automatisch prüfbar

  • Fehlenden zugänglichen Namen an role="tooltip" erkennen
  • Fehlende oder leere Namensquellen an der Fundstelle ausweisen
  • Den ergänzten Text mit derselben Regel erneut prüfen

Im Kontext zu entscheiden

  • Inhalt und Auslöser fachlich zuordnen
  • Einblenden bei Tastaturfokus und Mausbedienung sowie Schließen mit Escape prüfen
  • Lesbarkeit, Verweildauer und Screenreader-Ausgabe im tatsächlichen Ablauf prüfen

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Ein letzter Schritt

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Kostenlos starten · keine Installation

Automatisches Screening. Tastaturbedienung und Screenreader bleiben manuelle Prüfung.